Montag, 7. September 2015

Fairness - Füreinander statt Gegeneinander

Seit 5 Jahren näh ich nun schon 
und kann so viel Entwicklung sehen,
gute und leider auch schlechte.

Damals als ich anfing,
hatten wir in einem kleinen Netzwerk (Me*nVZ bzw. Stu*iVZ)
eine Nähgruppe (da gab es nicht hunderte, sondern 1-2 Gruppen).
Es wurde gefragt, geholfen, ausgetauscht über Stoffzusammensetzungen,
Schnitte wurden empfohlen und teilweise auch Freundschaften geknüpft.

Trotz einer relativ großen Gruppe ging es dort stehts friedlich
und freundlich zu.

Was ist also passiert in den vielen Jahren?!
Es sind viele Näherinnen (ich sage bewusst nicht Schneiderinnen, 
da wir alle nähen, wenn wir keine Ausbildung dazu gemacht haben)
dazugekommen.
Das ist toll! 
Je mehr sich einem Hobby widmen, 
desto mehr können einem mit Rat und Tat beistehen,
einem genauso auch motivieren und inspirieren.

Leider ist dem oft nicht so.

In der großen anonymen Internetwelt gibt es immer mehr
Giftereien, Gezicke, Anfeindungen.
Leider mehr wie Lob, Aufmunterung und Inspiration.

Das ist der Grund, 
warum ich schon viele Nähgruppen in Fa*ebook verlassen habe,
mehr für mich alleine mein Hobby betreibe, 
meinen Blog versuche zu pflegen...
Auch hier merke ich, 
dass ich nicht ganz auf der großen Welle reite,
die Leser werden weniger und die Kommentare auch.

Aber ist das schlimm?
Wo will ich hin? 
Was will ich erreichen?
Was macht mich glücklich?
Wieso nähe ich?

All diese Fragen stelle ich mir immer wieder,
aber die Antworten sind ganz einfach.

Ich nähe für uns, 
weil es mir Spaß macht.
Ich muss damit nix erreichen,
denn es ist mein Hobby, kein Wettkampf.
Glücklich macht mich vorallem die Freude,
die man durch selbstgemachtes schenken kann.
Ich nähe, weil es mich glücklich macht.

So kam es auch, 
einen fairen Nähwettbewerb versucht zu gestalten.

Die Idee und der Aufwand ist riesig.
Die Regeln gut durchdacht und durchgeführt.
Viele tolle Sponsoren nehmen teil,
zudem durfte man einen Schnitt nähen,
der zur Verfügung gestellt wurde.

Also man bekommt diesen KAUF-Schnitt für lau!
Und dann dürfen wir alle nähen,
kreativ sein und ein Thema umsetzen.

Klar wird es trotz all der Regeln immer wieder welche geben,
die Missgunst und Neid säen.
Diesen Mädels und Jungs sei gesagt,
auf lange Sicht macht euch das nicht glücklich.

Ein bisschen mehr Füreinander statt Gegeneinander.

Ich verteile heute ganz sicher viele Däumchen,
viele Worte und hoffe ganz stark, dass ihr es mir gleich tut.
Nicht nur heute, sondern einfach immer wieder und viel öfters.

Und dann gehe ich in mein Nähreich,
schließe die Tür,
mach die Musik an 
und lass die Nähsucht raus,
denn heute ist mein freier und nutzbarer Nähtag.

Liebste Grüße,
Chrissi

Kommentare:

  1. Schön geschrieben. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Und an die Anfangszeit erinner ich mich auch noch ... ;)

    LG Heike

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  2. Liebe Chrissi,
    jetzt fang ich zum dritten Mal an zu schreiben und ehrlich gesagt zweifle ich immer wieder an meinen Worten. Ich kann nur sagen, ich bin glücklich darüber, so tolle Menschen über das Blogen udn Nähen getroffen zu haben. Ein paar Freundschaften sind entstanden und ich freu mich immer wieder, wenn ich Ratschläge bekomme oder geben darf. Für mich ist "Nähen für mich" mittlerweile Luxus geworden, da ich kaum noch Zeit dafür habe. Auch das Blogen kommt mittlerweile zu kurz und das Kommentieren sowieso. Umso mehr freue ich mich, wenn der eine oder andere sich dann doch noch auf meinem Blog verirrt. Folge du einfach deinem Herzen und mache das, was für dich richtig ist. Dreh heute einfach mal die Musik auf und genieße die Stunden in deinem Nähreich. Ich lass dir jedenfalls ein paar Drücker da und wünsch dir einen tollen Tag.
    glg Tanja

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  3. Dem gibt es nicht viel hinzu zu fügen. Mir fällt dazu jedoch das Gedicht von Petri Kettenfeier (Peter Rosegger) ein...

    Ein bißchen mehr…

    Ein bißchen mehr Friede
    und weniger Streit,
    ein bißchen mehr Güte
    und weniger Neid,
    ein bißchen mehr Liebe
    und weniger Haß,
    ein bißchen mehr Wahrheit,
    das wär doch schon was.

    Statt soviel Hast
    ein bißchen mehr Ruh’.
    Statt immer nur ich
    ein bißchen mehr Du!
    Statt Angst und Hemmungen
    ein bißchen mehr Mut
    und Kraft zum Handeln,
    das wäre gut.

    Kein Trübsinn und Dunkel,
    mehr Freude und Licht.
    Kein quälend Verlangen,
    ein froher Verzicht
    und viel mehr Blumen
    so lange es geht,
    nicht erst auf Gräbern,
    da blühn sie zu spät!

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  4. Da hast du leider den Punkt getroffen. Manchmal habe ich auch gar keine Lust mehr ins Haifischbecken zu springen,
    aber solange meine Kleine noch Freude an meinen genähten Sachen hat, bleib ich dabei.

    Liebe Grüße

    Beate

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